GSG erinnert an die Geschwister Scholl
Eine stille Installation erinnert an Mut, Zivilcourage und die Bedeutung, nicht zu schweigen
Weiße Rosen vor den Porträts von Sophie und Hans Scholl, drei leere Stühle im windstillen Vorraum des Forums, daneben handgeschriebene Briefe voller Gedanken und Fragen – so erinnerte die Geschwister Scholl Gesamtschule Göttingen zum Jahrestag der Hinrichtung der Geschwister Scholl an deren Mut und Zivilcourage.
Vor dem Forum entstand eine eindrucksvolle Installation: Drei leere Stühle erinnerten an Sophie und Hans Scholl sowie ihren Mitstreiter Christoph Probst. Auf ihnen waren Zettel mit Botschaften angebracht – „Dieser Platz blieb leer, weil Mut gefährlich war.“, „Wenn alle schweigen, bleibt dieser Platz leer.“ und „Hans und Sophie Scholl nahmen Platz – viele andere nicht.“
Dahinter luden Stellwände zum Innehalten und Lesen ein. Dort hatten Schüler:innen des achten Jahrgangs Briefe an die Geschwister Scholl geheftet, in denen sie sich mit Themen wie Mut, Freiheit und Verantwortung auseinandersetzten.
Im Verwaltungstrakt der Schule hängen die Bilder von Sophie und Hans Scholl. Davor wurden weiße Rosen aufgestellt – als stilles Symbol der Erinnerung und des Respekts. Zudem richtete sich Schulsprecherin Mathilda Märtens mit einer Lautsprecherdurchsage an die Schulgemeinschaft und machte deutlich: „Ihr Mut war kein lauter Mut. Es war der Mut, Haltung zu zeigen. Der Mut, nicht wegzusehen. Der Mut, die eigene Stimme zu erheben – auch wenn man alleinsteht.“
Mit dieser Aktion setzte die Schulgemeinschaft ein sichtbares Zeichen: Zivilcourage beginnt im Kleinen – und bleibt bedeutend, solange wir nicht schweigen. (SWR)