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„In memory of Emmett Till“ – Texte zu seinem 80. Todestag

Der Mord an dem 14-jährigen Emmett Till in den USA der 1950er Jahre hinterließ Eindruck bei Schülerinnen und Schülern des 8. Jahrgangs (Sj. 24/25).

An diesem 28. August 2025 jährt sich Emmett Tills Todestag zum 80. Mal. Anlass genug einen Blick auf diesen geschichtsträchtigen Fall und seine Folgen zu werfen.

Wer also war Emmett Till, dessen Ermordung als Funken der Bürgerrechtsbewegung der USA der 1950er Jahre gilt?

Im Sommer 1955 besuchte der 14-Jährige aus Chicago seinen Onkel in Mississippi. Seiner Mutter war nicht wohl dabei – aufgrund der damals noch verbreiteten Rassentrennung in den Südstaaten befürchtete sie, ihr Sohn könne dort angefeindet werden. Dennoch trat er die Reise an.

Nach dem Besuch des örtlichen Lebensmittelladens wurde Emmett einige Nächte später von zwei weißen Männern aus dem Haus seines Onkels entführt und blieb zunächst verschwunden. Drei Tage später fand ein Angler Emmetts Leiche am Ufer des Tallahatchie River. Die Besitzerin des Lebensmittelladens hatte ihrem Ehemann gegenüber behauptet, Emmett habe ihr nachgepfiffen.

Dass Emmetts Ermordung auch international für Aufsehen sorgte, liegt an der Entscheidung seiner Mutter ihren Sohn nicht in Mississippi beerdigen zu lassen, sondern seinen Leichnam stattdessen nach Chicago überführen zu lassen. Bei der dortigen Trauerfeier nahmen 50.000 Menschen von dem Jungen Abschied. Sein Sarg – darauf hatte seine Mutter Mamie Till bestanden – blieb geöffnet. Sie wollte so die Welt mit den Folgen von Hass und Rassismus konfrontieren.

Und das gelang ihr auch. Ein Zeitungsartikel, mit dem auch ein Foto des Toten veröffentlicht wurde, löste nicht nur Entsetzen, sondern auch eine Debatte über den Rassismus in den Südstaaten aus und das über die Grenzen der USA hinaus.

Juristische Gerechtigkeit hat Emmett Till nie erfahren: Das Gerichtsverfahren gegen die beiden weißen Hauptverdächtigen (einer von ihnen der Ehemann der Ladenbesitzerin) dauerte nur wenige Tage und endete mit deren Freispruch. Die Jury, der ausschließlich Weiße angehörten, hatte die beiden Männer trotz eindeutiger Indizien für unschuldig befunden.

Nur wenige Monate nach der Urteilsverkündung gestanden die Männer ihre Tat, als sie ihre Geschichte an eine Zeitschrift verkauften.

Der Freispruch der Mörder Emmett Tills, wie auch die Verhaftung Rosa Parks, die sich ungefähr 100 Tage nach Emmetts Tod weigerte ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast freizugeben, gelten mit dem darauf folgenden Busboykott von Montgomery als Beginn der schwarzen Bürgerrechtsbewegung.

Als wir uns gegen Ende des vergangenen Schuljahres im Rahmen des Englischunterrichts und anknüpfend an eine Unterrichtseinheit zu den Südstaaten mit dem Mord an Emmett Till beschäftigten, zeigten sich die Schülerinnen und Schüler betroffen und empört über die Tat und die Ungerechtigkeit, die Emmett Till widerfahren ist. Die daraus entstandenen kreativen Texte sprechen für sich. Sie umfassen einen Brief der Mamie Till an die amerikanische Öffentlichkeit, einen Tagebucheintrag Emmetts, einen persönlichen Brief an Emmett sowie kurze Berichte über die Ereignisse im August 1955. Nachfolgend sind Beiträge der ehemaligen Klassen 8.2 und 8.5 zu lesen.

Kathrin Kulic

(Bildrechte: 2025-08-28-EmmettTill-1.jpg: Mamie Till-Mobley, 2025-08-28-EmmettTill-2-28.jpg: SchülerInnen der Kl. 8.2 und 8.5, 2025-08-28-EmmettTill-29.jpg Kathrin Kulic)